Kaffee ist gut für die Post Workout Recovery

Rad fahren, Uncategorized

Die Affinität von Rennradfahrern und Radrennfahrern ( Ich zähle mich zu ersteren ;-) ) zum Kaffee kommt nicht von ungefähr bzw. bietet auch neben dem Genuß handfeste Vorteile für die Regeneration. Das ist allerdings nicht neu, sondern schon seit 2008 bekannt – da wurde nämlich der folgende Artikel veröffentlicht:

High rates of muscle glycogen resynthesis after exhaustive exercise when
carbohydrate is coingested with caffeine
“ von David J. Pedersen, Sarah J. Lessard, Vernon G. Coffey, Emmanuel G. Churchley, Andrew M. Wootton, They Ng, Matthew J. Watt, and John A. Hawley, Journal of Applied Physiology, doi:10.1152/japplphysiol.01121.2007

Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass die Resynthese von Muskelglykogen innerhalb eines 4 Stunden Zeitfensters nach der sportlichen Aktivität durch Aufnahme von Kohlehydraten (4 g/kg body mass) um 66% erhöht war, wenn diese gemeinsam mit Koffein (8 mg/kg body mass) aufgenommen wurden.

Also, die Tasse Kaffee zum Kuchen, die ich nach dem Training (oder auch so ;-)) so liebe, ist genau richtig, um auch morgen wieder kraftvoll in die Pedale treten zu können.

Allerdings: Um die erwähnten 8 mg Koffein pro kg Körpermasse aufzunehmen, müsste ein 70 kg schwerer Mensch rund 5 bis 6 mittlere Tassen Filterkaffee pro Kuchenmahlzeit trinken. Naja – aber jedes bisschen hilft doch, oder? ;-)

 

Strava – motivierendes „Trainingsportal“ und meine Trainingstagebuch-Kombination

Produkttests, Rad fahren

Dieser Beitrag hat 3 Teile:

1.) ein Plug für Strava, 2.) Meine Top 4 bezüglich Trainingsauswertung / Websharing 3.) eine Kurzübersicht der Fähigkeiten der in meinen Augen abgeschlagenen Trainingscommunities

Zu Strava:

Ich möchte mal ein bisschen Werbung für Strava machen. Nicht, weil es das perfekte Trainingsportal ist – nein, das ist es ganz gewiss nicht. Als „soziales“ Biking-Trainingsportal will ich es auch nicht bezeichnen; obwohl man es sicher könnte.

Aber Strava kann etwas, das können die anderen nicht:

Automatische Streckensegmentierung und daraufhin automatische KOM (King of Mountain) Ranglisten für erkannte Anstiege!

D.h. Strava analysiert nach dem Hochladen der Daten des GPS-Radcomputers den Track und findet automatisch entsprechende Abschnitte, die nennenswerte Steigungen aufweisen. Diese werden kategorisiert (Kat. 4, 3, 2, 1 und HC – Hors Categorie) und man kann sehr schön seine Performance über diese Steigungen anschauen. Gleichzeitig schaut Strava, ob diese Steigung schon einmal von jemand anderem gefahren wurde und erstellt automatisch Ranglisten davon.

So kann man sehr schön seine eigenen Leistungen über die Zeit vergleichen, ohne selber etwas separieren zu müssen und sich auch mit anderen Messen. Es lassen sich auch Dot-Races zwischen sich und dem King of Mountain durchführen und auf dem Steigungsprofil sehen, wo welcher Vorsprung herausgefahren wurde.

Man kann aber auch selbst entsprechende Strecken auf der Karte definieren. Und man ist da auch nicht auf Steigungsstrecken beschränkt. Wer mag, kann also die Zeitfahrstrecke des Vereins als Segment definieren und automatisch schauen, wer wie schnell über diese Strecke gefahren ist. Und auch alle in Zukunft hochgeladene Strecken werden dann gegen dieses Segment abgeprüft.

Um diese Funktion in Europa richtig nutzen zu können, braucht man allerdings einen GPS-Radcomputer mit barometrischer Höhenmessung, z.B. Garmin Edge 500 oder 800. In den USA geht es auch mit GPS basierter Höhenmessung, denn dort werden die Höhendaten mit Höhenmodellen korrigiert. Für Europa hat Strava da noch keine Lösung definiert (die SRTM-Daten genügen denen nicht).

Was mir sonst noch bei Strava gefällt, sind die verschiedenen Privacy-Einstellungen. So muss man nicht jedes hochgeladene Training veröffentlichen und auch in den komplett öffentlichen Tracks wird ein einstellbarer Radius um den eigenen Wohnungsbereich automatisch ausgeblendet.

Man kann auch verschiedenen anderen Strava-Mitgliedern folgen und erhält eine Auflistung deren letzten Aktivitäten; kann diese auch kommentieren oder sich gegenseitig Kudos geben.

Seit ein paar Wochen ist Strava auch in den Grundfunktionen kostenlos – vorher konnten free Member nur 5 Tracks pro Monat hochladen. Dies wurde aufgehoben. Jetzt bekommen Premium Member in Erweiterung einen Sufferscore und erweiterte Analysefunktionen. Die sind aber bei weitem noch nicht das, was andere Portale oder Programme bieten.

Deshalb nutze ich momentan bis zu 4 Programme bzw. Trainingsportale gleichzeitig (jaja, das muss man auch mögen ;-))

1) SportTracks als Stand alone Programm auf meinem PC:

Warum?

1a) Meine eigenen Daten auf meiner eigenen Maschine. Genug gesagt.

1b) Anwendbar für sämtliche Aktivitäten, die ich so betreibe. Ob Rennrad, Mountainbike, laufen, Ski-Langlauf, Schneeschaufeln, wasauchimmer…

1c) Sehr guter Überblick und Erkundung zu allem, was mit der gefahrenen Strecke und den entsprechenden Daten zu tun hat. Alles sehr bequem zoombar, gleichzeitig anschaubar, übereinanderlegbar etc.

1d) Wenn Bedarf ist, kann ich den Herzfrequenzdatentrack oder auch das Höhenprofil editieren (und Bedarf besteht öfters: Sei es, weil erst nach 10 Minuten die richtige Herzfrequenz angezeigt wird oder weil zwischendurch die Aufnahme mal „hängt“).

1e) Plugins! Ob zur Höhenkorrektur des Tracks anhand SRTM-Daten, zur Bestimmung von Trainingskennzahlen wir TRIMP oder TSS, für verschiedene Kartenunterlagen wie OpenStreetMap, für .tcx data export, um Leistungsdaten aus der gefahrenen Strecke gemäß Windrichtung und -stärke, Höhenprofil und benutzte Räder – es gibt eine ganze Reihe sehr nützlicher Plugins. Manche kostenlos, manche als Donationware, manche als Shareware.

2) Trainingstagebuch.org

Warum?

2a) Als eine Art „cloud“ backup meiner Trainingsdaten. Daher per se nicht für für die Öffentlichkeit freigegeben (aber man könnte das bei Trainingstagebuch.org machen, wenn man wollte).

2b) Anwendbar für sämtliche Aktivitäten, die ich so betreibe. Ob Rennrad, Mountainbike, laufen, Ski-Langlauf, Schneeschaufeln, was auch immer…

2c) Hat eine einfacher zugängliche und bessere Gesamtübersicht über die gesamten Trainingsdaten z.B. eines Monats oder eines Jahres; sortiert nach was auch immer für einem Parameter man möchte (in dieser Hinsicht ist es besser als SportTracks).

2d) Leider hat es deutliche Nachteile in Bezug auf Erkundung der grafischen Trackdaten in Bezug zur Strecke.

2e) Man kann aber z.B. sehr schön Trainings damit planen und im internen oder per Web geshartem Kalender eintragen lassen. Oder diese Daten in den eigenen Kalender, z.B. in Outlook, übernehmen.

3) Strava

Warum? Nun, siehe oben :)

3a) Für den Spassfaktor und die Motivation der automatisch bestimmten #KOM-Ranglisten

3b) Um die jeweilige Strecke, bzw. das jeweilige Training in einem Plugin gemeinsam mit dem Tour-Bericht auf meinem Blog zu veröffentlichen (obwohl ich hierzu immer noch zusätzlich Garmin.connect verwende)

4) GPSies.com

Warum?

4a) Um nach von Anderen geplanten oder befahrenen Touren und Strecken gezielt zu suchen.

4b) Auch, wenn man alle meine bei Garmin.connect veröffentlichten Strecken ebenfalls von dort herunterladen kann, ist es für richtig ausgearbeitete Touren schon besser, sie samt Beschreibung auf GPSies zum Download anzubieten.

Was leider keines der genannten Programme / Services kann: Die automatische Zusammenfassung aller oder einer Teilmenge meiner Trainings, um daraus sinnvoll automatische Trainingszonen zu bestimmen.

Natürlich gibt es darüber hinaus noch weitere Programme und auch Trainingsportale / Webcommunities, die mir in ihrer Funktionalität, grafischen Gestaltung oder beidem zusammen nicht so gefallen haben:

endomondo
http://www.endomondo.com/

klares, unaufgeregtes Layout ohne Werbung
Höhenprofil und Geschwindigkeit ein- und ausblendbar
aber keine Verfolgung durch Mauszeiger möglich (d.h. Punkt auf Streckenplan finden durch Klicken in Geschwindigkeits- oder Höhenverlauf und umgekehrt)
kein Einzoomen in Höhenprofil und v-/HF-Verläufe möglich

– Live-Workoutanzeige und Verfolgung per Smartphone-App (Real-Time tracking)
– Unterstützt alle wesentlichen Smartphone OS: Android, Blackberry, iPhone, Symbian, Java, Windows Phone 7, Windows Mobile
– Unterstützt Import von GPX und TCX Files
– Unterstützt Direct-Upload von Garmin Forerunner 205, 305, 310XT, 405 und 410

Privacy:
– diverse Privacy-Einstellungen möglich.
– Veröffentlichung nur einzelner Workouts durch Weitergabe des Links möglich
– Keine automatische Ausblendung eines Umkreises um eine Home-Location aus den Tracks

-Statistiken umfassen Standartauswertungen wie
-Anzahl Workouts, Gesamtdistanz, Gesamtdauer, Durchschnittsgeschwindigkeit etc. anzeigbar für Tag, Woche, Monat und Jahr.
– angekündigte und vorschaubare Statistik für o.a. Auswertungen, nun Sportartspezifisch
– Personal Bests Development: Stunde, 1 km, 1 mile, etc. bis zu Halbmarathon, Marathon
– aber keine Trainingssteuerung: sprich Auswertung von Einzeltrainings hinsichtlich HF-Verteilung etc.
Keine Trainingstressscore-Auswertung etc.

– Export der Trainingsdaten und Tracks von der Website möglich?

Fazit: Community und Trainingsmotivationsseite, kein wirkliches Traingstagebuch im Sinne Trainingssteuerung

 

Bikelog.de
http://www.bikelog.de/fahrrad-trainingstagebuch/

– funktioniert nur über und in facebook

End of Test. Durchgefallen.

 

Sports-Tracker
http://www.sports-tracker.com/

Darstellung / Nutzung

– futuristisches, dunkles Layout
Höhenprofil und Geschwindigkeit ein- und ausblendbar
zusätzlich Lap-Infos, Herzfrequenzbereichsauswertung, Kommentare und Medien

Profile und Verläufe einzoom- und scrollbar,
Verfolgung durch Mauszeiger möglich (d.h. Punkt auf Streckenplan finden durch Klicken in Geschwindigkeits- oder Höhenverlauf und umgekehrt)

Für Nokia Symbian Phones (Lange Zeit exklusiv, in Zukunft auch für Windows Phone 7)
– Upload von GPX und TCX Dateien möglich (seit Dez letzten Jahres)

– Export der Trainingsdaten und Tracks von der Website möglich?
–> Nein, nur durch die Phone-Applikation (als GPX, XML, KLM und CSV), aber nur die dort erzeugten und mit Phone getrackten Trainings. Sind sie dort nicht mehr vorhanden, kommt man nicht mehr dran.

Privacy:
– ohne Registrierung keine definitive Aussage möglich

– Keine automatische Ausblendung eines Umkreises um eine Home-Location aus den Tracks

– Anscheinend keine Tages, Wochen, Monats und Jahres Statistiken möglich
– erscheint hier sehr dünn
– keine Trainingssteuerung: sprich Auswertung von Einzeltrainings hinsichtlich HF-Verteilung etc.
Keine Trainingstressscore-Auswertung etc.

 

MapMyRide
http://www.mapmyride.com

Layout – Zu zerstückelt, zu viel Werbung.
Upload per Smartphone App oder GPX, TCX oder FITLOG Datei.

Hohe Funktionalität. Einige Funktionen auf neuer Site noch nicht umgesetzt (Fotos etc.)
Nagativ: Hochgeladene Tracks werden zu Routen, die Trainigs werden zu Workouts. Time Series funktionierte nicht.
Routen haben jedoch den Vorteil, dass automatisch Ranglisten aller Nachfahrer dieser Route erstellt werden.
Sehr schön: Anstiege werden klassifiziert und automatisch hervorgehoben und sind als Liste darstellbar.

Kurzfazit: gute Ansätze, war mir aber zu überladen (auch mit Werbung) und die bei mir nicht funktionierende Time Series (also Darstellung der Verläufe von Herzfrequenz, Geschwindigkeit etc.) war Ausschlusskriterium.

 

Ride with GPS
http://ridewithgps.com/

Upload per GPX, TCX oder FITLOG Datei.
Direktupload aus zahlreichen Garmin Devices.

klares Layout
gute Ansätze, Trips und Workouts einzeln veröffentlichbar oder als privat markierbar.
Man kann aber nur nach Routen, nicht nach den einzelnen Workouts (hier Rides genannt) suchen.

 

Garmin Connect
http://connect.garmin.com

Upload per GPX, TCX oder FITLOG Datei.
Direktupload aus zahlreichen Garmin Devices.

klares Layout. Vielzahl von Weitergab-Möglichkeiten (via Add-This an Twitter, WordPress, Blogger, Posterous und co), Export als TCX, GPX und KML. Embedding per iframe. Nachteil beim Embedding: Voreingestellt sind imperiale Einheiten (Miles und feet). Anscheinend muss der Besucher der Seite zuerst einmal die Garmin Connect Seite geöffnet und dort einmal „metrische Einheiten“ als Option gewählt haben, bevor er bei zukünftigen Besuchen auch in der Embedding-Übersicht Kilometer und Meter als Anzeige sieht.

 

Sportics
http://sportics.net/

Klares Layout, sehr viele verschiedene, vordefinierte Sportarten.
Viele Importmöglichkeiten (Direktupload aus Datei, Direktupload aus Sport-Uhren (Garmin etc.), Smartphone Apps und auch Plugins für Upload aus SportTracks v2 und v3).

Viel Drumherum um die reine Trainingsdokumentation bzw. Basis-Statistik-Erhebung. Social Challenges, Live-Tracking, Routenplanung und und und.

Extrem fein granulierbare Privacy-Einstellungen bis hin zu einzeln öffentlich/nichtöffentlich zu setzenden Trainings
Fast alle Einträge, Statistiken, Überblicke, Trainings, Karten, Leistungsdaten etc. können unterschiedlich entweder komplett privat, nur für Kontakte, nur für Teams, nur für Sportics-Mitglieder oder für das gesamte Internet sichtbar sein.
Was noch zum vollständigen Glück fehlt, ist die automatischen Ausblendung von Track-Daten innerhalb eines definierbaren Radius um die eigene Home-Location.

Kostenlose Seite, aber auch klares Geschäfts-Abomodell, wo Zusatzleistungen erwerbbar sind.

Leider gefällt mir die Darstellung der Trainings nicht. Man kann Track und Verlaufsgrafiken nur über den Umweg einer Animation gleichzeitig darstellen. Ansonsten kann man immer nur entweder Trackkarte, Bericht oder die Verlaufsgrafiken ansehen. Das fällt leider extrem gegen die Konkurrenz und gegen meine Ansprüche ab.

 

Und viele mehr…

RTF „Durch’s schöne Sauerland“ oder: 147 km Einzelzeitfahren

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Ich besuchte am gestrigen Samstag die RTF „Durch’s schöne Sauerland“ des RSV Sundern.

Wow – wenn ich jetzt mal die Alpen weglasse, eine der schönsten Strecken, die ich bei einer RTF unter die Räder genommen habe. Wir haben doch eine wunderbare Heimat (die ich jetzt einfach mal naturräumlich ausdehne und die Mittelgebirgsregionen Rothaargebirge und Homert in einen Atemzug nenne)!

Von Start weg ist man auf kleinen und kleinsten Straßen unterwegs, ist man sofort in der Natur. Nicht wie z.B. der Hagener RTF, wo man erst nahezu „ewig“ durch Stadtgebiet und -verkehr fahren muss und wirklich sämtliche Vororte mitnimmt, bevor man endlich ins Grüne kommt. Die Strecke führt zuerst zum Sorpesee, an dessen Westseite man sehr schön direkt am Ufer auf einem gut ausgebauten Radweg entlang geführt wird. Danach kommt man wieder durch Sundern und wird dann über reizvolle Straßen mit wenig Verkehr durch das Sauerland geführt.

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[Am Sorpesee]

Hinter Berge führten die Streckenschilder dann auf den Sauerlandradring. Ab da fuhr ich 21,8 km von km 34,8 bis km 56,6 (mit 28,5 km/h Schnitt) auf dem ausreichend breiten und glatt wie ein Babypopo asphaltierten Radweg. Meistens sehr schön, insgesamt vielleicht zum Schluss hin doch etwas lang, weil der Radring doch in weiten Anteilen eher weniger Ausblick in die Landschaft gewährt, sondern beiderseits mit dichterem Buschwerk bestanden ist. Wurde dann doch etwas eintönig. Sonst aber sehr nett und angenehm.

Bis km 90 dachte ich immer so bei mir „Wahnsinn, was für eine Heizerstrecke – wo haben die die Höhenmeter versteckt?“ Dort kam endlich der erste nennenswerte Hügel, nach dem alles davor mehr oder weniger unter „Wellen“ oder „false flat“ subsummiert werden konnte. Schön durch ein schmales Sträßchen hoch über den Kuckuck und Röhrenspring bis zu Faulebutter. Tolle Abfahrt über schmale Straße durch den Wald, rauer Asphalt, aber im großen und ganzen ohne Schlaglöcher und Rillen.

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[Bei Faulebutter]

In Lenhausen wurde man an einem schönen Wasserschloss vorbei geführt, ab da führte die Strecke ein Stück entlang der Lenne.

Die zweite nennenswerte Steigungsstrecke war dann die über 5,7 km mit im Schnitt 4,4 % ansteigende Strecke von Leinschede und nach Allendorf. Oben auf der Höhe angekommen, bei km 128, hatte ich dann einen kleinen Einbruch. Nichts dramatisches, aber zwei Effekte kamen schon zusammen, so dass ich nicht mehr mit vollem Druck in Zone 3 fahren konnte, sondern mich ab da eher im klassischen GA1 Bereich aufhielt. Klein wenig war die Luft raus, aber ich wollte mir auch zunehmend mal den Po entlasten und pedalierte also nicht mit Druck durch sondern lies auf Abfahrten auch ab und an mal etwas rollen, wo ich sonst mit entsprechender Trittfrequenz mehr Druck gemacht hätte – was halt ebenfalls dazu führte, dass ich mich da erholte und natürlich auch der Puls etwas herunterging.

Man sieht es auch in der berechneten Leistung. Diese lasse ich in SportTracks immer über das GPS2PowerTrack Plugin von Old Man Biking errechnen. Das ist ein ganz niftiges Tool, welches nicht nur Höhenprofil, also Steigung, sondern auch Radgewicht, Sportlergewicht, Rollwiderstand (man kann verschiedensten Reifen und Schlauchtypen auswählen), Windwiderstand (Welche Position auf dem Rennrad) und Windrichtung und Stärke (über Wetterplugin) berücksichtigt. Das kann natürlich trotzalledem nur eine grobe Näherung sein. Denn weder weiß das Plugin, ob eine Strecke nicht trotz starkem Gegenwind vielleicht windgeschützt im Wald verlief, noch bin ich ständig in einer Griffhaltung (Oberlenker, Bremsgriff, Unterlenker), noch ist gesagt, dass mein tatsächlicher cw-Wert in Unterlenkerposition dem der Berechnungsannahme entspricht.

Deswegen habe ich starkes Interesse an einer tatsächlichen Leistungsmessung, etwa über Power2Max, Powertap oder das im nächsten Jahr erscheinende Garmin Vector. Langer Einschub kurzer Sinn: als relative Referenz ist die GPS2PowerTrack Leistungsbestimmung trotzdem interessant. Ich lasse sie immer berechnen, als ob ich die ganze Zeit in Unterlenkerposition gefahren wäre (sollte im Zweifelsfall immer zu wenig Leistung anzeigen und mich nicht mit hohen Werten schmeicheln) und da bekomme ich halt als Durchschnitt für die letzen rund 26 km 106 Watt angezeigt, während ich für die gesamte Strecke davor im Schnitt 151 Watt ablesen kann.

Ansonsten ging es mir während der gesamten Tour hervorragend. Das nennt man wohl gute Form. Diesmal auch keine Probleme mit den Füßen, bzw. Schuhen. Einzig zweimal im ersten Drittel und in der ersten Hälfte zwickte mal kurz der rechte Oberschenkel. Fand das ganz interessant, weil ich mir überlegte, dass ich noch nie so zügig unterwegs war, dass mir irgendwann mal die Oberschenkel gemuckt hätten, bzw. Ansätze eines Krampfes hätten zeigen wollen. Und den unteren Rücken merkte ich heute nach sehr langer Zeit mal wieder. Denke, es könnte am kühlen, windigen Wetter gelegen haben. War aber auch nur ein vereinzeltes Gefühl, was mich nicht behinderte, mir aber zeigte, dass bei den Intensitäten, die ich in den letzten Ausfahrten an den Tag gelegt hatte, dort auch gehörig Muskelarbeit geleistet werden muss.

Gruppen oder Grüppchen oder wenigstens etwas Begleitung hatte ich heute keine. Umso besseres Training für mich, denn so bin ich die ganzen 147 km im Wind gefahren und kann mir jeden Kilometer und jeden Anteil am Gesamtschnitt selbst zuschreiben.

Ist leider so: die 150er Runde (oder sogar den Marathon, die 202er Runde) fahren halt nur wenige (bei der Hagener RTF waren’s z.B. nur 34 Leute). D.h. über die erste Streckenhälfte sah ich fast überhaupt keinen. Und durch die Schleife der langen Strecke hatte ich auch keine Chance, schnell Leute einzuholen, die auf den kurzen Runden unterwegs waren. Erst kurz vor der vorletzten Kontrollstelle, die bei km 80 sehr schön beim Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe angeordnet war, sah ich mal ein paar mehr Teilnehmer. Das waren aber alles kleine Grüppchen, die viel zu langsam unterwegs waren. Naja, wenigstens hatte ich jetzt ab und an was zu überholen ;-) Aber viele Leute waren’s nicht, die ich so auf der Strecke gesehen hab.

Also die kompakte Gesamtwertung der RTF:

  • Strecke: Hat mir sehr gefallen.
  • Verpflegung: Sehr gut. Nutellabrote, Schmalzbrote, Frischkäsebrote, geviertelte Bananen an jeder Station. Getränke das übliche: Wasser und Instant-Eistee oder so. Hab‘ ich aber nicht genommen. Mir reichten meine zwei mitgebrachten 0,75er Flaschen. Eine mit Wasser, eine mit leichter Iso-Mischung.
  • Streckenkennzeichnung: Gut.
  • Startzeiten und Veranstaltungsendzeit: Sehr gut
  • Organisation: Bis auf die oberen Punkte, die schon mal mehr als die halbe Miete sind: Oh je! Ich will die Qualität der RTF nicht schmälern, kann sie nur jedem empfehlen. Aber bei der Anmeldung und Anfahrt, da müssen sie was machen! Da war bei der Anmeldung nicht klar, wer wo was kassieren sollte und wer welche Kasse brauchte etc. Die Anmeldescheine für Trimmfahrer lagen draußen und sahen in ihrem A4 Format eher wie Meldescheine für’s Einwohnermeldeamt, als für eine RTF aus.

Die beiden Jungs (also keine Kinder, Erwachsen waren sie schon), die am Trimmfahrer Tisch saßen…. denen konnte man die Schuhsohlen im Gehen beschlagen. Wieso muss einer der beiden (mit einer Geschwindigkeit die das Gegenteil von Steno ist) eine ganze Zeile Information von dem Meldeschein auf eine Liste übertragen und dafür 1 ganze Minute brauchen – wenn eh beide Zettel beim Organisator verbleiben!? Und wieso sitzt der zweite daneben und wartet, bis sein Kollege diese Infos auf sein Tabellenblatt gemalt hat (Schreiben kann man das in dieser Geschwindigkeit nicht nennen) und nennt mir erst dann Kosten, will kassieren und mir die Startnummer geben!? Sowas geht doch gleichzeitig. Warum sitzen die sonst zu Zweit da?

Auch ohne dass man ein Wunder an Organisationstalent ist, sollte das einem solchen Zweierteam einleuchten. Vielleicht sollten sie auch einfach mal eine RTF bei einem anderen Verein mitfahren – egal wo ich bisher war, die waren top organisiert und eingespielt.

Naja – und die im einzige im Internet zu den Parkplätzen erhältliche Auskunft lautete: „bitte folgt den Schildern und dem Personal des RSV Sundern“. Als ich in Sundern von Recklinghausen aus kommend einfuhr, gab’s da aber weder als zur RTF zugehörig erkenntliche Parkplatz-Hinweisschilder, noch Personal des RSV Sundern. Und die Hinweisschilder zum Startpunkt waren für die RTF-fahrenden Radfahrer ausgelegt. Sprich, diesen folgend stand ich zuerst mal in einer Sackgasse im Thomas-Beckert-Weg. Das geht auch deutlich besser!

Naja, ich fand trotzdem sehr schnell einen passenden Parkplatz in der Nähe des Startpunktes und nach dem unerquicklichen Meldeprozedere war es dann auch wie oben geschildert eine sehr schöne RTF. Also, eine schöne Strecke. Einsam. ;-)  Aber ich war sehr damit zufrieden. Und bin auch sehr mit meiner Leistung zufrieden. Hat Spaß gemacht. Und ein bisschen Kettengespräche gab’s dann zum Abschluss bei einem Kaffee und Kuchen und anschließend einer Wurst im Brötchen (gesunde Mischkost ist wichtig ;-)) doch noch.

Eins noch: Startzeiten von 8 bis 12:00 Uhr und ein Veranstaltungsschluss um 18:00 Uhr finde ich sehr löblich und möchte es daher nochmal extra erwähnen.

Distanz: 146,36 km, Höhenmeter: 1655 m, Zeit: 5 h 47 m, Durchschnittsgeschwindigkeit: 25,3 km/h, Durchschnittsgeschw. in Bewegung: 28,1 km/h, Durchschnitts-HF: 141

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/115047209

 http://app.strava.com/rides/1655209/embed/7d5d76f79535b529022c0cc3f20d2be219ef21fd

 

Wie muss meine perfekte „Meistens“-Dabei-Kamera aussehen

Fotografie

Ja, richtig. Meistens-Dabei-Kamera und nicht Immer-Dabei-Kamera.

Immer dabei habe ich ein Smartphone. D.h. in meinem Fall ein iPhone. Damit kann man Fotos machen, ja. Man kann auch kompositionell gute Fotos machen und Fotos, die beim Betrachten etwas bewegen. Aber trotzdem gibt es viele, zu viele, Sachen, die damit nicht gehen. Zu viele Kompromisse müssen eingegangen werden und die Qualität ist nicht da, wo ich sie für mehr als ein fotografisches Notizbuch haben möchte.

Aber ich will auch nicht immer die komplette DSLR-Ausrüstung dabei haben. Ja, nicht mal nur den Body und ein kleines Objektiv.

Hier kommt das Konzept der „Meistens-Dabei-Kamera“ zum tragen. Eine Kamera, die man einsteckt, wenn man richtige Fotos von „bleibenden Wert“ machen möchte. Wenn man Fotografieren, nicht knipsen möchte. Obwohl man eigentlich etwas ganz anderes macht. Einen Stadtbummel z.B. Oder eine Dienstreise. Oder ein hartes Rennradtraining. Meine Kamera dafür ist ist zur Zeit meine Canon Powershot S95 (für die übrigens just heute der Nachfolger S100 von Canon vorgestellt wurde: Pressemitteilung und erstes Preview bei dpreview).

Bin schon sehr gespannt, wie sich der neue Canon Sensor mit nun 12 statt 10 Megapixel machen wird. Ob die Neuentwicklung tatsächlich 2 zusätzliche MP bei gleichbleibender oder sogar gesteigerter Bildqualität gestattet.

Wie dem auch sei, die S95 ist schon nahe dran an einer perfekten „Meistens-Dabei-Kamera“. RAW für meinen gewohnten Workflow, manuelle Modi, eine Blendenrange, die eine Einstellung der Blende auch halbwegs sinnvoll durchführbar macht (viele Kompakte haben nur zwei Blendeneinstellungen) und trotz eines Winzsensors immerhin ein relativ großer Winzsensor.

Aber halt immer noch kein Vergleich zu einer Sensorgröße, wie sie Micro Four Thirds oder sogar APS-C bietet. Von KB-Vollformat will ich gar nicht reden (benötige ich in einer Meistens-Dabei-Kamera auch gar nicht). Da fehlt also noch etwas.

Was genau, das möchte ich am Beispiel eines Kameragerüchts bezüglich einer mutmaßlichen „Samsung R1“ Mirrorless Systemkamera mit Wechselobjektivmöglichkeit erläutern. Und zwar, in dem ich die im entsprechenden Post auf photorumors.com veröffentlichte Bulletpoint-Liste der Keyfeatures hier wiedergebe und entsprechend kommentiere:

— APS C size sensor
Jepp: groß genug. Micro Four Thirds wäre auch ok, aber APS C besser. Und es hindert auch nicht, wirklich kompakteste Bodys zu bauen. Siehe Sony NEX. Problem bleibt dann aber die Objektivgröße.

– 24.3 mega pixels
Meinetwegen, „wenn’s schee macht“. Ich würde mich hüten, da irgendeine Ideologie von wegen „bitte nicht noch mehr Pixel“ zu verfolgen. Viele MP sind gut. Wenn, ja wenn die Bildqualität nicht leidet. Gebt mir 100% rauschfreie und ideale ISO 100 und ihr könnt mit dem Rest treiben, was ihr wollt.

– Interchangeable lenses
Ein Muss!
Aber, da darf es nicht aufhören. Gemeinsam mit

– Mirrorless system
will ich den kleinsten nur machbaren Formfaktor. Mit Objektiv! Vom Handling, wenn ich wirklich an einem Tag nichts anderes als Fotografieren vorhabe, geht nichts über einen typischen Semipro-DSLR Body. Die ganz billigen sind schon zu klein. Die Top-Boliden für meine Zwecke schon zu groß und schwer, ohne Handling-Vorteile (griffiger Body, nicht zu viel und nicht zu wenig Gewicht, Platz für ergonomische Anordnung der Bedienelemente etc.) zu bieten.
Nein, ein kompaktes Mirrorless system muss durch Kompaktheit und Mitnahmetauglichkeit ohne Hintergedanken brillieren. Und das darf nicht nur für das Gehäuse, sondern muss für die Schussbereite Kombo aus Gehäuse und wenigstens Standard-Objektiv, bzw. Standardzoom-Objektiv gelten.

Ein Beispiel für die richtige Richtung ist das Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3.5-5.6 ASPH Power OIS collapsible Pancake Standardzoom: http://dpreview.com/previews/panasonic_x_14-42_3p5-5p6/

– Magnesium alloy body
ok, was auch immer halbwegs haltbar ist. Keine Präferenzen hier. Diese Werbebuzzwords dürfen sich die Marketingabteilungen getrost sparen.

– Retro Styling (their words) i.e. direct access buttons and dials for controls, similar look to Fuji x100, black and chrome
Also bitte nicht. Oder halt, wegen mir. Aber das Retrostyling ist es nicht, was diese Kameras verkauft. Wir, bzw. ich kann natürlich nur von mir reden, wollen einfach nur eine kompakte Kamera ohne Nachteile in Usability. Usability heisst in diesem Falle: ich möchte manuelle Kontrolle wie an meiner DSLR (oder wie an meiner Canon Powershot S95, btw), mit guter Ergonomie (d.h. möglichst sinnvolle Anordnung direkter Einstelloptionen – und das ja, das hat man bei retrogestylten Kamerabodies fast zwangsläufig ;-)).

– 10 fps
Jo, ok. Muss nicht, erweitert aber den Einsatzbereich. Für mich selbst wären allerdings eher die entgegengesetzten Funktionen wesentlich interessanter: programmierbarer Timer. Lasst mich in 45 Sekunden von jetzt 20 Aufnahmen mit Pausen von 3 Sekunden machen, wenn ich das so einstelle. Lasst mich eine Timelapse direkt in der Kamera programmieren.

– Max shutter speed 1/8000 sec
Meinetwegen, aber gebt mir programmierbare 20, 30, 86 und so viele Sekunden offener Verschluss, wie ich will.

– Phase autofocus
Jau – aber auch ordentlich unterstützten manuellen Fokus. Z.B. mit Focus peaking auf dem Display!

– Swivel LCD screen (although this didn’t get good feedback)
Wenn’s stabil ist und die Kamera nicht dicker macht! Nur dann. Aber dann ist es sehr nützlich

– Price £616 including kit lens
Keep it coming.

 

Ein Subset dieses Posts (nur die kommentierte Bulletpointliste) hatte ich am 12.09. auch schon in meinem Google+ Stream veröffentlicht, wollte das aber auch auf jedem Fall hier im Blog haben.

Bergzeitfahren in Netphen-Walpersdorf zur Siegquelle

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Am nächsten Samstag, den 17.09. findet wieder das Bergzeitfahren des TV Jahn Siegen statt. Es ist nicht nur für Lizenzfahrer (Bezirk Westfalen-Mitte) sondern auch für Jedermänner offen. Voranmeldung ist keine nötig, die findet vor Ort vor dem Start statt. Der 1. Start erfolgt um 14:45 Uhr, die Einschreibung geht ab 14:00 Uhr los.

Nähere Informationen gibt es hier auf der entsprechenden Seite des TV Jahn.

Für die Ortsunkundigen habe ich mal grob die entsprechende Strecke (inoffiziell – nur mal ein Track von mir, der die Lage zeigen soll) beigefügt. Der Anstieg ist eigentlich ganz angenehm: auf 6,6 km werden 242 Höhenmeter, mithin per mittlerer Steigung von 3,7 %, überwunden. Aber, wie meine Erfahrung von letztem Samstag auf einer ähnlichen Steigung zeigt – das mit dem „Angenehm“ liegt an jedem selbst ;-)

Walpersdorf_bergspring_lage

Gutes Wetter vorausgesetzt, werde ich selbst allerdings wohl eher in Sundern bzw. kreuz und quer im Sauerland sein. Und dort dann eine der Strecken der RTF durchs schöne Sauerland oder lieber noch den Sorpe-Ruhr-Lenne Marathon fahren.