Test Windschutzwesten: Castelli Leggero und Vaude Air

Produkttests, Rad fahren

Auf der Suche nach einer neuen, schicken Weste für alle Rennradgelegenheiten habe ich mir sowohl die Leggero Vest von Castelli als auch die Men’s Air Vest von Vaude kommen lassen.

Beide Westen gehören zur Kategorie Superleicht und möglichst kleines Packmaß. Ich habe mir beide Westen in Weiss und jeweils in Größe M und L kommen lassen. Man kennt ja die italienischen Größenangaben, ganz besonders für Radsportbekleidung, die je nach Kleidungsstück gerne mal ein bis 2 Größenklassen kleiner ausfallen, als man gemeinhin von der Größenangabe erwartet.

Ganz ähnlich ist es auch bei der Castelli Leggero, wobei ich mich bisher eigentlich gut auf die Maßangaben der Versender verlassen konnte. Deren Angaben entsprechend, hätte ich dann doch mit einer guten Passform der Castelli in M gerechnet, während von Brustumfang und Bundmaß die Größe L viel zu schlabberig erwartet hätte. Doch fehlgedacht.

[Castelli Leggero Vest]

Die Castelli in M saß sehr eng, aber noch nicht zu eng. Die Armöffnungen fand ich grenzwertig eng, aber sie schnürten in M nicht ein. Waren also gut. Aber ich tendiere wohl etwas Richtung Sitzriese und obwohl anderweitig also passend (selbst mit beladenen Rückentaschen des Trikots) saß der Bundabschluss viel zu hoch am Bauch. Also doch lieber Größe L, die ich extra nachbestellt hatte. Diese Größe saß dann perfekt! Immer noch schön eng anliegende Armöffnungen, sehr schöner enger, aber nicht einengender, „racetauglicher“ Sitz.

[Vaude Men’s Air Vest]

Die Vaude Weste sitzt ebenfalls gut und ist ebenso „racetauglich“ wie die Castelli. Hier passt mir die Größe M sehr gut. L habe ich gar nicht erst ausgepackt. Die Ärmelöffnungen sind deutlich größer als die von der Castelli, aber nicht zu groß, als dass sich der Fahrtwind zu sehr drinnen fangen oder Schlabbern folgen würde. Auch der Bundabschluss der Vaude ist weiter als der von der Castelli. Nicht zu weit, das es stört. Im Gegenteil. Ein Vorteil ist, dass man so besser an seine Rückentaschen des Trikots herankommt. Als Nachteil schließt die Vaude dadurch aber nicht ganz so sicher hinten am Bund ab und rutscht schon mal etwas über den Trikotrand.

Der Halsabschluss ist bei beiden Westen gelungen. Sitzt angenehm, engt nicht ein, schließt aber trotzdem gut und hoch ab. Beide haben eine kleine Abdecklasche über dem oberen Reisverschluss-Abschluss. In der Haptik beim befingern ist der Kragen der Castelli Leggero schöner. Im Tragekomfort erkennt man am Kragen allerdings keinen Unterschied. Da sind beide sehr gut.

Die Castelli Leggero in Größe L sitzt noch ein kleinen Tick enger als die Vaude in Größe M. Engt dabei aber nicht ein. Die Abschlüsse an Ärmeln und am Bund sitzen eng und gut, ohne einzuschneiden, da sie gewissen Stretch aufweisen. Damit also absolut racetauglich und kaum Angrifföffnungen  für den Wind auch bei schnellen Abfahrten. Man muss dafür aber etwas mehr fummeln, wenn man an den Inhalt seiner Trikot-Rückentaschen gelangen möchte.

Die Castelli ist von den technischen Daten her einen Tick leichter (angegeben mit superleichten 65g) als die Vaude (angegeben mit auch sehr guten 92g), das spürt man aber nicht. Beide Westen sind gleich leicht und dünn. Beide bieten gleich guten Windschutz. Letzten Endes fand ich dann doch die Castelli Leggero insgesamt angenehmer, da ihr großflächiges Rückennetz auch bei Anstiegen für ein gutes Mikroklima sorgt. Die Vaude hingegen umschließt den unteren Rücken komplett mit dem selben Stoff wie an der Front und auch um die Latissimus ist durchgehend dichtes Material angeordnet. Der Netzeinsatz ist nur zwischen den Schulterblättern bis auf Höhe üblicher Rückentaschenoberkanten angeordnet. Das führt dann doch zu etwas schlechterem Mikroklima, wenn man, wie ich gerne, die Weste über die gesamte Fahrt anbehält. Holt man seine Weste jedoch gezielt nur für längere Abfahrten (wie z.B. in den Alpen) heraus (wofür beide Westen aufgrund ihres Fliegengewichts und kleinen Packmaßes bestens geeignet sind), dann bietet sie umso besseren Windschutz, da das winddichte Material auch die Lenden- und Nierenbereiche sowie auch den Großteil des Rückens umschließt.

A pro pos Packmaß. Das ist von beiden Westen sehr gut und gleich. Die Castelli Leggero besitzt einen per Minikarabiner ausclipsbaren Mininetzbeutel für die Aufbewahrung, den man im Zweifelsfall natürlich gerade verlegt oder daheim gelassen hat. Die Vaude hat hinten rechts im Lendenbereich eine mit Reisverschluss versehene Netzinnentasche, in die man die Weste hineinstopfen kann. Diese Packmethode hat man daher immer dabei und im Zweifel hat man auch eine kleine Tasche für weiteren Kleinkram oder Schlüssel dabei.

Ziemlicher Gleichstand. Eine Entscheidung fiel mir schwer – bin letzten Endes bei der Castelli Leggero verblieben. Ich mochte den Bundabschluss, trotz dass er mich beim Taschenzugriff mehr behinderte, bei der Castelli mehr. Ebenfalls das Mikroklima, da ich fast das ganze Jahr, auch oft im Sommer, mit Weste fahre. Ein weiterer Vorteil der Castelli: sie besitzt einen Doppelreißverschluss. Wer möchte, kann also auch den Bund von unten öffnen, während man oben den Kragen schließt.

Die Castelli Leggero Weste gibt es in Weiss, Schwarz und Gelb. Getestet wurde sie unter anderem in der Roadbike 10/2010, wo sie „sehr gut“ getestet und Testsieger wurde. Die Vaude Men’s Air Vest wurde ebenfalls mit „sehr gut“ in der gleichen Ausgabe getestet. In der MountainBIKE 08/10, die mir selbst nicht vorliegt, wurde sie Testsieger. Es gibt sie in Weiss, Schwarz, Rot und Gelb. Eine spezielle Damenversion ist ebenfalls verfügbar. Beides sind hervorragende, sehr zu empfehlende Windschutzwesten.

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