Das iPhone als Radcomputer: Teil 2 von 3 – Der LiveRider

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In Teil 1 dieses Beitrags schrieb ich am Ende über einige Nachteile einer iPhone-basierten Radcomputer-Lösung. Einige davon möchte das folgende Paket aus App und Hardware aufheben: Der LiveRider von NewPotatotech.

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Die folgenden Informationen beruhen auf der verlinkten Website, den dortigen Materialien einschließlich dieses Videossowie einer eMail-Nachfrage beim Hersteller, die mir auch prompt beantwortet wurde.

Das Paket basiert auf der LiveRider App, einer Lenker-Halterung für das iPhone, einem Funk-Dongle, der in den Multiconnector-Port des iPhone gesteckt wird und einem kombinierten Trittfrequenz/Geschwindigkeitssensor, welcher per Funk abgefragt wird und an der linken Kettenstrebe montiert wird.

Somit hat man stets die Geschwindigkeit des Rades verfügbar. Ohne, dass durch schlechten GPS-Empfang die Güte der Darstellung bzw. Aufzeichnung beeinträchtigt wird. Und ohne, dass während der gesamten Tour das GPS-Modul aktiviert sein muss. Und dies trägt nicht unerheblich zur längeren Akkulaufzeit des iPhones bei. Bei Bedarf kann man in der App trotzdem schnell auf eine Kartendarstellung wechseln, um sich zu orientieren, ohne die App zu verlassen. Leider muss man dazu die Touraufzeichnung pausieren.

Weiterhin bekommt man eine Zusatz-Info. Neben der Geschwindigkeit wird auch die Trittfrequenz angezeigt und aufgezeichnet.

Am Ende einer Tour kann man sich die Trackdaten, leider nur Streckenlänge, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzverlauf, per E-Mail im .csv Format (comma separated values) für die Auswertung am heimischen Computer zusenden.

Wem also ein schnöder Sigma-Radcomputer der Preisregion um 10 Euro viel zu un-geeky ist, die Geschwindigkeit und Trittfrequenz unterwegs wichtig ist und wer sich dabei akkusparend nur ab- und zu orientieren möchte – für den könnten die 79,90 Euro (Arktis-Versand) vielleicht lohnen und der soll nicht weiter lesen.

Für alle anderen möchte ich die gravierenden Nachteile, die dieses System nach meinem persönlichen Anforderungsprofil aufweist, aufzählen.

  • Die Elastomer-Lenkerhalterung für das iPhone erscheint mir zwar besser, als manch anderer einfacher Halter, aber nach Betrachten des Videos hätte ich trotzdem meine Bedenken, dass starke Schläge (Rennrad über Schlagloch oder Schienen, Mountainbike über Wurzeln) das iPhone aus dem Halter werfen könnten.
  • Der Funkdongle ist relativ groß und viel schlimmer: verhindert das Andocken von externen Akkupacks, wenn die Tour doch mal etwas länger sein soll.
  • GPS-Tracks werden nicht aufgezeichnet. Um die Karte anzeigen zu können, muss die Aufzeichnung pausiert werden.
  • Export nur als .csv-Datei möglich (kein direkter Import in gängige Trainingsverwaltungssoftware wie z.B. SportTracks, kein enthaltener GPS-Track)
  • Neben der Geschwindigkeit bekommt man die Trittfrequenz angeboten, was ich sehr informativ finde. Aber viel wichtiger für die Trainingssteuerung sowie den allgemeinen Gesundheitsaspekt (z.B. bei der Nutzung des Rads für den Einstieg in leichtes Ausdauertraining) wäre zunächst einmal die Herzfrequenz. Doch deren Messung und der Empfang ist nicht vorgesehen.
  • Die Funkübertragung verwendet ein(e) proprietäres Protokoll / Frequenz und nicht z.B. das ANT+ Protokoll (http://www.thisisant.com/). Würde LiveRider ANT+ verwenden, wäre es ohne weiteres möglich, einen Brustgurt von z.B. Garmin für die Herzfrequenznutzung zu verwenden – natürlich müsste die App das dann auch unterstützen.

Mein Fazit: Wie in der Mitte des Beitragsteils schon angedeutet: für einen gewissen Anwenderkreis vielleicht eine nette Spielerei, mehr allerdings nicht!

Wer immer noch nicht aufgegeben hat und nicht sowieso einen dedizierten Radcomputer vorzieht (nun, ich tue dies ;-) oder der meint: „ANT+ Protokoll… ja liese sich denn damit dann nicht ein volltauglicher Radcomputer aus dem iPhone machen?“ für den ist der dritte und letzte Teil dieses Beitrags. :)

2 Gedanken zu “Das iPhone als Radcomputer: Teil 2 von 3 – Der LiveRider

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