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[Asus Zenbook UX31, http://zenbook.asus.com/download/]

Wie ich mit Erstaunen feststellen musste, ist mein MacBook ja schon wieder drei Jahre alt. Das 13 Zoll Modell von Oktober 2008, also das erste Unibody Macbook. Aus einem Stück Alu aus dem Vollen gefräst. Und immer noch ein wunderbares Werkzeug. Und doch… nach 3 Jahren… da könnte man doch… ;-)

So ein integrierter SD-Kartenleser, der wäre doch nett. Und die DVD-Laufwerk/Brenner Kombo, wann habe ich da zum letzten Mal eine CD oder DVD eingelegt? Wann gar eine gebrannt? Das Dingen brauche ich unterwegs (und auch im Büro) tatsächlich nicht. Den Platz und das Gewicht eingespart, das wäre schon mehr als Praktisch!

Nehmen wir dann noch ein paar übersprungene Prozessorarchitekturen (auch wenn im treuen MacBook schon ein 2.4 GHz Core 2 Duo werkelt und sich kein bisschen lahm anfühlt) und (leider teure) SSD-Technologie hinzu, dann sollte sich ein Upgrade gleich in mehrfacher Hinsicht lohnen und effektvoll spürbar sein.

So, aber nun was denn für ein Gerät? Schwierig wird es, weil halt auch bei Apple längst nicht alles Gold ist, was glänzt. Fern davon!

Nehmen wir z.B. die letzte Betriebssystemversion von OS X, Lion, die nun wahrlich nicht jedermanns Geschmack getroffen und auch vieles im Argen gelassen hat. Siehe z.B. Scott Bournes Kritik hier: http://photofocus.com/2011/10/27/my-mini-review-on-mac-osx-lion-version-10-7-…

Ich persönlich vermisse z.B. an Lion die einfach herausgenommenen Spaces (Shortcut Command + 1 bis 4 sind mein täglich Werkzeug) und muss bei jedem Mac, den ich im Laden ausprobiere, erst mal die “natürliche Scrollrichtung” ausschalten.

Naja, dann kommt noch das teilweise sehr unpraktische Tastaturlayout hinzu. Fn+Alt+5 für eine eckige Klammer [. Ernsthaft, Apple?

Aber ansonsten (naja, ein paar Sachen habe ich bestimmt noch vergessen. Aber auch Windows ist ja längst nicht perfekt) ist OS X ein tolles System, insbesondere für mobile Computer. Und die Hardware… ahh, einfach nur Klasse. Hmm, naja, eigentlich auch nicht. Z.B. das starrsinnige Festhalten an Glossy Displays an allen Macs, auch iMacs (wäre dies nicht der Fall, hätte ich möglicherweise schon seit über einem Jahr auch einen iMac). Gott sei Dank kann man jetzt zumindest bei den MacBook Pros ab 15″ gegen Aufpreis (Hallo?) ein normales, nicht spiegelndes Display ordern. Der Rest hingegen: Tastatur-Haptik, Haptik des gesamten Gerätes, Magsafe-Stromanschluss und das geniale Trackpad… Sonderklasse.

Dann wiederum: ich fotografiere nicht nur oder nutze das Web und Officeprogramme, ich bin vor allem auch Ingenieurwissenschaftler. Ich habe mehr als ein Programmpaket, was ich vielleicht nicht unbedingt auf dem Notebook benötige, schön wäre es aber schon, wenn ich es einfach mal ohne Parallels und Co installieren und benutzen könnte. Auch finde ich für Desktopsysteme Windows 7 generell viel angenehmer als Mac OS X. Fahre also ohnehin ständig zweigleisig.

Deshalb halt die Frage: Was denn für ein neues Notebook? Ein Airbook muss es nicht unbedingt sein. Vielleicht hat der Rest der Welt ja endlich genug abgeschaut (etwas, was Apple auch sehr gut kann) und kriegt auch ein passables “Airbook” hin? Hierfür hat Intel ja die Ultrabook-Initiative gestartet: http://www.intel.com/content/www/us/en/sponsors-of-tomorrow/ultrabook.html

Vorrausgesetzt, die Haptik und das Gesamtpaket stimmt, könnte ich so evtl. auch mobil wieder auf Windows 7 basiert unterwegs sein.

Also, was hätten wir denn da:

Von der reinen Papierform stehen folgende Modelle zur Wahl:

Apple MacBook Air 13″, Asus Zenbook UX31 und Toshiba Satellite ZX830-10J.

Das Acer Aspire S3 fällt aus dem Raster, da es keine vollwertige SSD mitbringt (dafür aber mehr Speicherplatz als die Mitbewerber in Form einer klassichen Festplatte). Auch ist sein Displaydeckel viel zu schwach aufgehangen und er wackelt viel zu stark.

Die übrigen 3 liegen ansonsten Leistungsfähig in vergleichbaren Rahmen und bis auf das Toshiba, welches aktuell erst in der Version 10j und damit nur mit einer mir zu kleinen 128 GB SSD verfügbar ist, haben sie grob alles oder es gibt Varianten die alles haben, was ich möchte: 13″ Bildschirmdiagonale, leicht (1,1 bis 1,3 kg), flach, SD-Card Slot und 256 GB SSD.

Aber das Toshiba ZX830 katapultiert sich mit zwei unverzeihlichen Umständen ohnehin ins Aus! Zum einen wäre da das Trackpad. Seit drei Jahren nutze ich jetzt das geniale, große und stets perfekt funktionierende Trackpad auf meinem MacBook. Und die Windows-Notebook-Welt findet diese kleinen, rauhen, unsensitiven Rubbelflächen mit separaten Klicktasten immer noch adäquat? No Way, José! Ausschlusskriterium Nr. 1. Ausschlusskriterium Nr. 2 ist der Displaydeckel. Packt ihn mal nur leicht an den Ecken an und verwindet diese gegeneinander. Ich war hoch erschrocken. Das Teil ist nicht stabil und hat auch in Schutzhüllen nichts in Fotorucksäcken oder Aktenmappen zu suchen.

Bleiben also nur noch zwei Kandidaten: Apple MacBook Air oder Asus Zenbook UX31. Native Systeme Mac OS X oder Windows 7.

Das MacBook Air hat die neue Thunderbolt-Schnittstelle. Na toll, Apple. Mal wieder vorgeprescht und anstelle einer USB 3 Schnittstelle, die der Rest der Welt einsetzt und für die ich sogar schon eine externe Platte hätte, muss man hier warten, bis mal was bezahlbares verfügbar wird, was man daran sinnvoll anschließen kann. Habe ich per Mini-Display einen externen Monitor angeschlossen (außer dem neuen Cinema Display), dann habe ich auch keine Thunderbolt-Schnittstelle mehr.

Das Asus Zenbook hat zusätzlich zum USB2-Port auch einen USB3-Port. Prima. Vorteil Asus in meinen Augen. Leider haben beide Notebooks keine vollwertigen Anschlüsse an ihren Seiten, sondern benötigen Extra-Adapter, um kabelgebundenes Ethernet oder externe Monitore / Beamer anzuschließen. Gleichstand. Das Asus schaut auch ganz ansprechend aus. Endlich hat man auch hier mal komplett Alu verwendet und auf die unsäglichen Stickerherden der Windowswelt verzichtet. Auch mit dem Asus kann man sich also im Café blicken lassen.

Aber wie ist es denn nun um die Haptik bestellt? Funktioniert das Trackpad des Asus so gut wie von Apple schon seit 3 Jahren gewohnt? Wie ist die Tastatur? Displayeindruck?

Hierfür hatte ich heute beide Geräte ausführlich im Laden verglichen.

Ja, das Trackpad bzw. Touchpad des Asus Zenbook UX31 ist sehr schön und ausreichend groß. Es ist aber nicht ganz so gut wie das von Apple. Man kann eine Reihe von sinnvollen Gesten vordefinieren, aber z.B. einen Zweifinger-Tipp als Rechtsklick erkennen zu lassen, das geht nicht. Hingegen finde ich die Aufteilung der unteren Seite als linke und rechte Maustaste ok. Auch beim Apple MacBook finden meine Finger automatisch diese Bereiche, wenn ich mal hardwareseitig die Taste herunterdrücke. Ich muss aber sagen, dass die Sensitivität bzw. auch der Windowssystemumgang mit dem Trackpad mich ab und an mal gestört hat. So muss man z.B. im Explorer immer einmal in die jeweilige Windowpane hineingeklickt haben, bevor man per Swipe nach oben und unten scrollen kann. Auf die Dauer blöd und längst nicht so elegant wie bei Apple nativ in Mac OS X. Ich weiss nicht, ob der z.B. hier erwähnte leicht neuere Treiber des Pads da etwas verbessert.

Auch die Tastatur des Asus ist voll ok und sehr fein. Aber auch hier wieder ein Quentchen hinter Apple. Aber nichts, was wirklich ein Entscheidungskriterium wäre. Da wäre eher die Tastaturbelegung zu nennen, die beim Asus einfach richtig und besser ist. Leider ist die Tastatur des Zenbook aber auch nicht beleuchtet wie die des MacBook.

Das Display des Asus ist schön, leider auch Glossy, wie bei Apple. Leider weisst das Asus bei genauem Hinsehen eine leichte Wellenstruktur der Oberfläche auf (man sieht es bei Reflexionen). Die Appledisplays sind da glatter, vollkommen gleichmäßig.

Die Stabilität des Deckels: da wackelt es bei beiden Kandidaten nur wenig. Gleichstand. Übrigens ist sowas sehr wichtig. Wer schon mal im Zug oder auf dem Beifahrersitz gearbeitet hat, der weiss, warum.

Tja, nimmt man alles zusammen, kostet das Apple MacBook Air bei ungefähr vergleichbarer Ausstattung und Größe rund 200 bis 300 Euro mehr als das Asus Zenbook. Aber auch wenn das Asus als Designerschmuckstück in vollem Alukleid daherkommt und ich das gerne würdige: Lasst es 100 bis 200 Euro sein, die aber auch ganz deutlich beim Apple als das in vielen Details signifikant wertigere Gerät gut angelegt sind. Der Rest ist Apple Aufpreis.

Tja, also Apple? Vermutlich. Wenn, ja wenn jetzt nicht schon wieder die Gerüchteküche von neuen MacBook Air Modellen im 1. Quartal 2012 spräche. Arrrrgh! Naja, und wenn Apple, dann vielleicht diesmal mit Bootcamp und Windows 7? Vielleicht. Stay tuned. :)

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